Besuch auf der Oberen Terrasse bestätigt Mängel

(Fotos: SPD-OV Burgkirchen)

Im Rahmen des Café Rot On Tour und dem Besuch auf der Oberen Terrasse(*), südlich der Staatsstraße 2107, haben sich gravierende Mängel bestätigt: Kaum Spielplätze für Kinder und kaum Parkplätze für Kraftfahrzeuge.

(*) Im Vorfeld wurde diskutiert, ob es nun „in der“ oder „auf der“ Oberen Terrasse heißt. Wir haben uns dafür entschieden, den Sprachgebrauch der Leute „auf der“ Oberen Terrasse zu verwenden.

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Am Freitag, 24. Juli, waren die Vertreterinnen und Vertreter des Ortsvereins erstmals auf der Oberen Terrasse, um die Anliegen von Bewohnerinnen und Bewohnern in diesem Bereich anzuhören und mit ihnen über mögliche Lösungen zu diskutieren. Dass die vorgebrachten Anliegen absolut berechtigt sind, daran gibt es keinen Zweifel. Eine zeitnahe Verbesserung durch Maßnahmen von Eigentümern und Gemeinde wird jedoch schwierig werden.

Nichtsdestotrotz wollten wir unseren Gästen Gehör verschaffen, indem wir ihre Geschichte kurz erzählen. Da haben wir das Ehepaar, das sich vor Jahrzehnten ein Grundstück an der Putzenlehnerstraße gekauft hat, um dort ein Einfamilienhaus errichten zu können. Das hat soweit geklappt, doch mit der Zeit mussten die Eheleute feststellen, dass der Verkehr an der Staatsstraße 2107, die mitten durch den Ort führt und die Obere Terrasse in zwei Teile zerschneidet, gerade in den letzten Jahren massiv zugenommen hat.

Die Folge: Nicht nur der Straßenverkehr hat zugenommen, sondern damit verbunden auch der Lärm, der von dieser Straße ausgeht. Insbesondere die Zunahme des Transportverkehrs durch Lastkraftwagen macht den Anwohnern zu schaffen. „Heute würden wir hier nicht mehr bauen.“ so die frustrierte Meinung der Beiden, die sich von falschen Versprechen getäuscht sehen: „Uns wurde damals versprochen, dass die Umgehung kommt. Doch gekommen ist nicht die Umgehung, sondern der Straßenlärm.“

„Wenn’s nur der Straßenlärm wäre.“ mischte sich ein weiterer Anwohner ein, „Dazu kommt ja noch die Geruchsbelästigung vom Dönerladen in der Kastenstraße. Der Gestank zieht immer zu uns in die Putzenlehnerstraße rüber.“ Ob es aktuelle Messwerte gibt, die die Geruchsbelästigung bestätigen würden, ist zurzeit nicht bekannt. Aber man kann ja mal nachfragen… „Von der Leuchtreklame ganz zu schweigen. Die blendet die ganze Nacht.“ schob der Anwohner nach.

Ein Familienvater aus dem Eichendorffring stellte die Frage, ob sich etwas bei den Kinderspielplätzen tue. In der Gegend gäbe es eine Vielzahl von Kindern, der nächste öffentliche Spielplatz befindet sich jedoch in der Kantstraße auf Höhe Haus Nr. 47, also „ewig weit weg“. Für seine beiden Söhne (5 und 2 Jahre) wäre es ein Traum, in der Nähe der Wohnung auch einen Spielplatz zu haben.

In der Tat hat sich die Situation bei den Spielplätzen in den letzten Jahrzehnten dramatisch verschlechtert. Der große Spielplatz am Eichendorffring, wo der Autor dieser Zeilen das Fußballspielen erlernt hat, ist weg. Dass jetzt an dieser Stelle ein Wohnhaus der Diakonie in Südostbayern steht, bei dem vorwiegend jungen Menschen die Teilhabe in der Gesellschaft vermittelt werden soll, ist mit Sicherheit eine gute Sache. Schade nur, dass man zur nächsten oder übernächsten Generation eine harte Grenze zieht, denn auf dem Rasen steht ein Schild mit der Aufschrift: „Fußballspielen verboten.“

Andere Spielwiesen wurden massiv beschnitten, z. B. der noch größere Spielplatz an der Gerhart-Hauptmann-Straße. Mindestens zwei Drittel wurden für Kfz-Stellplätze abgezwickt. Ähnlich, wenn auch nicht in diesem Maße, erging es der Kirchenwiese an der Evangelischen Kirche. Die seit der Jahrtausendwende angelegten Stellplätze machen auch ungefähr ein Drittel der restlichen Wiese aus. Wir Kinder haben seinerzeit fast täglich darauf gekickt, heute sieht man dort niemand mehr rumlaufen.

Zwischen den Wohnblöcken findet man aber tatsächlich ein paar Spielgeräte, doch die Benutzung ist zumindest mit Vorsicht zu genießen. Denn die Geräte gehören meist Privatleuten und sind oft nicht frei zugänglich. Auch der kleine Bereich am Eingang der Adalbert-Stifter-Straße, wo früher der Brunnen Wasserfontänen produzierte, ist nur ein „Alibi-Spielplatz“. Zum einen gehört dieser Spielplatz einem Privaten und zum anderen gibt es für diese Parzelle einen gültigen Bebauungsplan. Es muss also damit gerechnet, dass sich an der Stelle, wo jetzt noch der alte Brunnen steht, womöglich bald ein Wohnhaus breitmacht.

Dabei gäbe es noch einige Flächen, wo man Spielgeräte wie Rutschen, Schaukeln und Sandkästen aufstellen könnte. Früher war es halt leichter, bestimmte Vorhaben durchzusetzen, denn die meisten Mietblöcke wurden von der Wohnungswirtschaft der Hoechst AG Werk Gendorf verwaltet. Heute ist das viel komplizierter, denn es spielen viele kleine Wohnungsunternehmen und auch Privatleute in diesem Segment mit. Da zu einer Einigung zu kommen, scheint aus heutiger Sicht hoffnungslos.

Und schon kommen wir zum zweiten Knackpunkt unserer Visite: die Parkplatz-Situation. Hier gibt es mehrere Brennpunkte:

  • Eichendorffring: Die Fahrbahn ist schmal und seit einigen Jahren zurecht als Einbahnstraße ausgewiesen. Die Parkplätze reichen jedoch bei weitem nicht mehr für den Bedarf. Wenn man pro Haushalt NUR ein (1) Fahrzeug rechnet, was in der heutigen Zeit eigentlich schon fast untypisch ist, dann reicht es schon rein rechnerisch nicht mehr, alle Kfz am Seitenstreifen unterzubringen. Zumindest in der Weise, so wie es momentan praktiziert wird.
  • Garagen am Eichendorffring: Schilderungen von Anwohnern gehen davon aus, dass bei weitem nicht alle Garagen mit Fahrzeugen belegt sind. Grund: Die Garagen sind irgendwann in den 1960er Jahren nach den damals üblichen Standards erbaut worden. Heutzutage passt ein SUV in diese Garagen schlichtweg nicht mehr rein. Viele Autos sind breiter und höher geworden, für ein modernes Mittelklasse-Fahrzeug einfach zu schmal und zu niedrig.
  • Peter-Rossegger-Straße: Wie uns der Leiter des Getränkemarkts im Haus Nr. 1 erzählt, gibt es auch in diesem Bereich immer wieder Trouble. Die auf dem gegenüberliegenden Abschnitt vorgesehenen Parkplätze reichen für die Bewohner der dortigen Haushalte bei weitem nicht mehr aus. Die Folge: Auf den Firmenparkplätzen des Getränkemarkts stehen immer wieder Autos zum Dauerparken und behindern damit die Kundschaft, die dort ihre Getränke einkaufen will. Mag das von Frühling bis Herbst vielleicht noch duldbar sein, ändert sich das im Winter oft dramatisch. Gut, so richtige Winter gab es in der jüngeren Vergangenheit eher nicht, aber wenn es mal kräftig geschneit hat, herrscht fast so was wie Chaos rund um den Getränkemarkt. Um seinen Kunden einen sicheren Zugang zu seinem Markt zu gewährleisten, werden alle dazugehörigen Flächen geräumt – von Hand selbstverständlich. Einen Schneeräumdienst auf dem gegenüberliegenden Parkstreifen gibt es übrigens nicht. Die Folge: So mancher Anwohner denkt sich, „schau an, da ist geräumt“ und stellt sich „breddlbroat“ auf den freien Kundenparkplatz. Frech, oder? Der Ärger ist in so einem Fall vorprogrammiert.
  • Adalbert-Stifter-Straße: Im vorderen Abschnitt geht’s eigentlich noch, da hat gegenüber der früheren Geschäftszeile sogar noch ein Gehsteig Platz. Aber ab Haus Nr. 5 bzw. 8 wird’s eng. Richtung Friedhof ist der Gehsteig abgesenkt und mit einer farblich abstimmten Steinreihe kenntlich gemacht. Außerdem gibt es an dieser Straßenseite ein absolutes Halteverbot, an das man sich in dem Bereich der Siedlung offensichtlich hält. Gegenüber gibt es ebenfalls einen abgesenkten Gehsteig, der jedoch von Autos fast durchgehend „zugepflastert“ ist. Was macht man dann als Fußgänger? Geht lieber über den Grünstreifen zwischen Haus Nr. 8 und 12 als auf die Straße auszuweichen. Der Vorteil als Autofahrer: Durch die abgesenkten Gehsteige kommt man auf einer nunmehr zweispurigen Fahrbahn bequem voran.
  • Gerhart-Hauptmann-Straße: In Richtung Kantstraße gilt ein Halteverbot, doch daran halten sie manche Anwohner einfach nicht. Entweder man kann das Verbotsschild nicht lesen oder man ignoriert es einfach. Bei manchen Bewohnern herrscht der Eindruck, dass sich daraus ein Gewohnheitsrecht entwickelt hat. Und wo kein Kläger, da kein Richter, sagt das allseits bekannte Sprichwort.
  • Firmenfahrzeuge: In vielen Haushalten gibt es die Notwendigkeit, dass ein Fahrzeug nicht mehr reicht. Die Zeiten haben sich geändert. Wo früher ein Alleinverdiener für die notwendigen Finanzmittel aufgekommen ist, müssen bzw. können heute im Falle von Ehepaaren und Familien oft beide Erwachsenen ihren Lohn zum auskömmlichen Haushalt beitragen. Das sind dann schnell mal zwei Fahrzeuge pro Haushalt. Und dann kommt dazu, dass findige Unternehmen ihren Mitarbeitern immer öfter Dienstfahrzeuge zur Verfügung stellen, damit die Kollegen beim nächsten Einsatz schnell vor Ort sind. Und wo stehen diese Firmenfahrzeuge? Richtig. Mittendrin zwischen den anderen Autos und verknappen dadurch das Parkplatzangebot extrem.
  • Und noch ein Kritikpunkt: Die Stellplatzmarkierungen am Parkplatz Friedhof könnte auch wieder mal etwas Farbe vertragen, damit „die Autos nicht immer kreuz und quer stehen“ und der wenige Platz besser genutzt wird. Gerade bei Beerdigungen stellt man das immer wieder fest.

Bei der Planung dieses Quartiers in den 1950er Jahren hat man natürlich nicht vorausahnen können, wie die Verhältnisse siebzig Jahre später sein werden. Deshalb kein Vorwurf an dieser Stelle. Die Städteplaner der Neuzeit stehen aber vor dem Problem, mehr Menschen und mehr Fahrzeuge auf insgesamt weniger Platz unterzubringen. Was tun, um die Lebensqualität nicht weiter zu verschlechtern? Einfache Lösungen gibt es nicht und wenn, dann muss man erstmal mit allen Beteiligten drüber reden.

Natürlich gab es Anregungen und Hinweise der Gäste beim Café Rot On Tour, wie man mehr Platz und damit mehr Ordnung schaffen könnte. Schräg parken wäre ein Ansatz, wo man mehr Kfz auf gleichbleibender Fläche unterbringen würde. Vielleicht müsste man dabei die Grünstreifen in den betroffenen Straßenzügen etwas schmäler machen, rentieren würde es sich allemal. Oder man überlegt sich z. B. gleich eine vollständige Einbahnregelung, beginnend Eichendorffring 1 über Friedhof und weiter bis zum Ende des Eichendorffrings.

Eine eher utopische Idee war, die alten Garagen am Eichendorffring wegzuschieben, an deren Platz eine zweistöckige Tiefgarage zu bauen, die Oberfläche zu begrünen und einen komplett neuen Kinderspielplatz hinzustellen. Was für eine famose Idee! Genauso utopisch dürfte es sein, an der Zufahrt zur St 2107 einen Kreisverkehr zu errichten. Die jetzigen Linksabbieger aus der Gerhart-Hauptmann-Straße und aus der Thalhauser Straße würden sich herzlich bedanken.

Herzlich bedanken würden sich auch die Kinder, wenn sie im Freien mehr Spielflächen hätten. In den Sonntagsreden vieler Verantwortlicher werden die Kinder als „unsere Zukunft“ gepriesen, doch wenn’s darauf ankommt, den Kindern auch mal was Gutes zu tun und sich auch gegen den Widerstand von bärbeißigen Nachbarn durchzusetzen, dann ist schnell Schluss mit dem Verständnis für „unsere Zukunft“.

Das Café Rot On Tour hat genau an der richtigen Stelle Halt gemacht. Probleme sind offen angesprochen und deren mögliche Lösungen vielschichtig diskutiert worden. Jetzt kann man nur darauf hoffen, dass die Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner ernst genommen werden und sich jemand an verantwortlicher Stelle drum kümmert – im positiven Sinne natürlich.

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Hoher Besuch! Von drenterhalb der Staatsstraße 2107 bekamen wir Besuch unseres derzeit ältesten SPD-Mitglieds, Hans Jürgen Regier (3. von links). Mit ihm freuten sich (von links) Klaus Kölbl, Heidi Stautner, Albert Stoiber, Josef "Beppo" Auberger, Monika Auberger und Theresia Blaschke.
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Kaffee gehört einfach dazu! Günther Stautner lässt sich eine frische Tasse schmecken. Aber auch die Getränke vom Getränkemarkt Winkler erfreuten sich großer Beliebtheit. Vielen Dank an dieser Stelle für die freundliche Spende.